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TYPO3

TYPO3

TYPO3 ist ein 1998 in der Erstversion erschienenes Open-Source-Web-Content-Management-System für mittlere bis große Websites. TYPO3 basiert auf der serverseitigen Skriptsprache PHP. Als Datenbank wird meist MySQL eingesetzt. TYPO3 wird aktiv weiterentwickelt. Aktuell ist Version 4.0 Final.

TYPO3 kann einfach mit Plugins (sogenannte Extensions, kleine Erweiterungsprogramme) auf spezielle Situationen angepasst werden. Derzeit sind etwa 1000 Erweiterungen verfügbar, mit denen sich viele Anwendungsfälle ohne Schreiben von eigenem Programmcode abdecken lassen, z. B. News, Shop-Systeme, Diskussionsforen und andere. Vorteilhaft ist die Mehrsprachigkeit von Front- und Backend, sowie die aktive Anwender- und Entwicklergemeinde aus aller Welt.

Es wird geschätzt, dass TYPO3 mehr als 200.000 mal eingesetzt wird, zum Beispiel von UNICEF Deutschland und dem XX. Weltjugendtag in Köln. TYPO3 stellt hohe Anforderungen an die Leistungs- und Konfigurationsfähigkeit des verwendeten Servers. Die Einarbeitungszeit für einen Administrator benötigt mehrere Wochen, für einen Redakteur mehrere Tage. So muss ein Administrator zum Beispiel die KonfigurationsspracheTypoScript beherrschen.

Im Gegensatz zu kommerzieller Software gibt es bei TYPO3 keinen Support durch den Hersteller/Entwickler, dafür aber durch die Anwendergemeinde (Foren, Mailingliste). Einige Agenturen haben sich auch darauf spezialisiert, Webseiten in TYPO3 zu erstellen oder Hostingangebote mit vorinstalliertem TYPO3 anzubieten.

Bedienung
TYPO3 wird auf einem Webserver mit einem Webbrowser gesteuert. Für die Bedienung ist keine Zusatzsoftware beim Redakteur erforderlich, allerdings muss der Webbrowser unterstützt werden. TYPO3 bietet einige unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten, die sich in die unterschiedlichen Bereiche Design, TypoScript und Inhalt aufteilen. Dies führt zu einer gewissen Komplexität, die man sowohl als Stärke wie auch als Schwäche interpretieren kann.

Die Verwaltung (das sogenannte Backend) ist der im Webbrowser sichtbare Teil von TYPO3, in dem Inhalte erstellt und bearbeitet werden. Ein Rich-Text-Editor, in dem Inhalte wie in einer Textverarbeitung (z. B. Word) formatiert werden können, erlaubt auch Anwendern ohne HTML-Kenntnisse redaktionelle Arbeit zu erledigen. Alternativ kann für die Bearbeitung auch direkt der Internetauftritt (das sogenannte Frontend, also der für den Besucher sichtbare Teil der Seite) genutzt werden. Diese Option muss vom Administrator freigegeben werden und bietet Redakteuren einen schnellen Einstieg in TYPO3.

Funktionsweise

Zu den Funktionen gehören unter anderem zeitliche Steuerung zum Einblenden und Entfernen von Inhalten, Rollen- und Rechtesystem, Suchfunktion für statische und dynamische Inhalte, automatische Sitemap, Druckansicht, Nutzerverwaltung, Mehrsprachigkeit, suchmaschinenfreundliche URLs, die sich über verschiedene Zusatzmodule (sogenannte Extensions), wie z. B. Gästebücher, Foren, Newsletter, Statistikmodule etc. erweitern lassen. Bilder, Texte, Tabellen, Animationen sowie externe Datenquellen können in TYPO3 verwaltet werden.

Templates (Formatvorlagen) erleichtern die Darstellung von Inhalten, in denen Seitenaufbau und Formate definiert werden (z. B. an welcher Stelle die Navigationsleisten und Inhalte angezeigt werden, die Schriftfarben und -größen, die Positionierung von Überschriften). Inhalte werden über frei konfigurierbare Eingabemasken eingegeben, z. B. in Form eines Rich-Text-Editors, der über eine an gängige Textverarbeitungen angelehnte, WYSIWYG-artige Oberfläche verfügt. Eine integrierte Bildverarbeitung ist vorhanden. Der Objektmanager gestattet es, grafische Elemente zu skalieren, zu drehen, Rahmen hinzuzufügen etc., wobei TYPO3 in Verbindung mit dem Bildkonverter ImageMagick und GDLib eine modifizierte Bilddatei im neuen Format erzeugt.

Die eingegebenen Inhalte werden in einer Datenbank gespeichert und stehen unabhängig von dem jeweils verwendeten Template zur Verfügung. Dadurch kann das Erscheinungsbild einer Internetpräsenz durch Austausch des Templates vollständig geändert werden, ohne die Inhalte erneut eingeben zu müssen. Somit können auch dieselben Inhalte in unterschiedlichen Layouts präsentiert werden. Ein integriertes Caching-System speichert Ergebnisse häufiger Datenbankaufrufe zwischen. So wird gerade bei stark nachgefragten Seiten die CPU-Belastung gesenkt, die Anzahl der Datenbankabfragen verringert und die Seite damit schneller ausgeliefert, wenn viele Nutzer die gleichen Informationen abrufen.

Gestaltung und Programmierung mit TYPO3 setzen sich aus folgenden Elementen zusammen:

  • HTML-Template: Einfaches HTML-Gerüst mit sog. ###MARKERN###, die durch TYPO3 mit unterschiedlichsten Inhalten (Seitennavigation, Texten, Grafiken etc.) substituiert werden. Alternativ können diese Marker durch die Extension Template Autoparser automatisch gesetzt werden.
  • TypoScript-Template (unter „Template“ - „setup“): Mit dieser etwas gewöhnungsbedürftigen internen Konfigurationssprache wird beschrieben, wie TYPO3 mit den Markern (z. B.: ###MARKER###) verfahren soll. Außerdem können damit Inhaltselemente konfiguriert werden.
  • PHP: PHP-Skripte sind das Steuerelement der TYPO3-Funktionen (Damit arbeiten etwas anspruchsvollere TYPO3-Anwender, wenn sie TYPO3 erweitern.)
  • TYPO3-Konstanten
  • Seitenbaum

Technische Anforderungen

Zum Testen kann TYPO3 auf jedem PC über den WAMP/LAMP-Installer eingerichtet werden.

Zur Installation auf einem Webserver müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Mindestens 32 MB Arbeitsspeicher für den Webserver
PHP 4 (PHP 5 wird ab Version 3.7.0 unterstützt)
Zur Erzeugung dynamischer Grafiken und für die Fotobearbeitung ImageMagick bzw. GraphicsMagick (ab Version 3.8.0 optional)
Grafikbibliothek GDlib
Zugriff auf eine MySQL- (bzw. andere unterstützte) Datenbank
Hinreichend Webspace
Bei vielen (insbesondere preiswerten) Webspace-Providern ist TYPO3 nicht einsetzbar, weil z. B. keine Datenbank vorhanden ist, oder die Einstellungen der Webserver zu restriktiv sind. Das Client-Server-Konzept (Webserver - Webbrowser) von TYPO3 erlaubt es, dass verschiedene Personen (auch gleichzeitig) an einer Website arbeiten können. Durch die integrierte Rechteverwaltung kann festgelegt werden, wer welche Inhalte und Seiten bearbeiten darf und wer nicht.

Quelle: Wikipedia

21.06.2006 - Tags :